Am 23. April 2026 fand am Gymnasium Michelstadt der 4. Fachtag zum Kinder- und Jugendmedienschutz im Odenwaldkreis statt. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Medienzentrum Odenwaldkreis und dem Gymnasium Michelstadt mit Unterstützung des Staatlichen Schulamtes organisiert und richtete sich insbesondere an Lehrkräfte sowie sozialpädagogische Fachkräfte.
In diesem Jahr stand das Thema Gaming im Mittelpunkt, als selbstverständlicher Teil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Ziel des Fachtags war es, eine differenzierte pädagogische Haltung zu digitalen Spielen zu entwickeln und deren Bedeutung für Lernen, Sozialisation und Persönlichkeitsentwicklung aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.
Nach einer einführenden Keynote mit dem Titel „LET’S PLAY! Pädagogische Haltung zu Gaming als jugendlicher Lebenswelt“ gab Jakob Ohage (MuK Hessen) vielseitige Einblicke in das Thema und setzte wichtige Impulse. Diese wurden in den beiden anschließenden Workshoprunden aufgegriffen und vertieft. Ergänzend brachten weitere Referentinnen und Referenten ihre Perspektiven ein und erweiterten das Thema zielgruppenorientiert.
Zu den Angeboten zählte unter anderem die Vorstellung der „Digitalen Helden“ des Gymnasiums Michelstadt durch den Mitorganisator Christoph Fuchs und seine Kollegin Sibyle Beck. Ebenso wurde der Workshop „Warum Kinder- und Jugendmedienschutz in der Grundschule?“ angeboten, der die Bedeutung früher Präventionsarbeit hervorhob und zugleich Impulse für die Elternarbeit lieferte. Beide Formate wurden von Ulli Walther (Hessische Lehrkräfteakademie) gestaltet.
Mit dem Workshop „Was Gaming lehrt – und Schule oft übersieht“ lud Matthias Trumpfheller die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu ein, digitale Spiele als Lern- und Sozialräume neu zu betrachten. Im Fokus stand die Frage, welche Kompetenzen Kinder und Jugendliche im Gaming-Kontext entwickeln und wie sich daraus Anknüpfungspunkte für schulisches Lernen ergeben und das, ohne Gaming dabei unkritisch zu idealisieren.
Auch die Jugendkoordination der Polizeidirektion Odenwald war vertreten: Renate Rüddenklau und Carina Oberle informierten über Ihre aktuellen Angebote im Bereich des Jugendmedienschutzes.
Begleitet wurde die Veranstaltung durch Informationsstände verschiedener Institutionen. Dazu zählten die Kinder- und Jugendförderung des Odenwaldkreises (vertreten durch Sebastian Saul), die Beratungsstelle Jugend & Medien Hessen (vertreten durch Johannes Hornung) sowie das Medienzentrum Odenwaldkreis (vertreten durch Maike Sattler-Wolff). An den Infoständen gab es neben vielfältigen Materialien und Informationen auch die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass Jugendliche einen reflektierten, informierten und selbstbestimmten Zugang zu digitalen Spielen benötigen. Pädagogik kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie offen für Gespräche über Gaming ist, die Perspektiven und Erfahrungen junger Menschen ernst nimmt und bereit ist, auch von ihnen zu lernen. Gleichzeitig erfordert dies ein fundiertes Bewusstsein für die Praktiken und Dynamiken der Gaming-Industrie sowie der Gaming-Community, um eine klare, orientierende Haltung zu entwickeln und zu vermitteln.
Abschließend wurde deutlich, dass es einer gemeinsamen Verantwortung von Elternhaus, Schule und außerschulischen Akteuren bedarf, um Kinder und Jugendliche kompetent, kritisch und verantwortungsvoll im Umgang mit digitalen Spielen zu begleiten.
Medienzentrum Odenwaldkreis